Wie Du aufhörst, dich mit anderen zu vergleichen

(Von Sandra Tissot)

Du vergleichst Dich gern mit anderen?

Du misst dich daran wie toll andere Menschen in deinem Alter aussehen, welche beruflichen Erfolge sie zu verzeichnen haben oder wie beliebt sie bei ihren Mitmenschen sind?

Dann bist du auf dem besten Wege unglücklich zu werden. Oder bist du es vielleicht schon?

Die meisten Menschen geben sich vollkommen anders, als sie sind

Viele Menschen versuchen, sich als schön, reich oder intellektuell zu präsentieren. Dabei wird geflunkert, was das Zeug hält. Britische Forscher haben herausgefunden, dass Männer im Schnitt 1092 Mal pro Jahr, Frauen 728 Mal lügen (vgl. Science Museum: „Lügen“). Fast immer stellen Lügen die geschönte Version des eignen Selbst dar. Interessant ist der Inhalt der Lügen. Männer lügen demnach eher, wenn es in der Außendarstellung um den Job, ihren Erfolg, materielle Werte oder Sex geht. Frauen hingegen lügen am häufigsten bei der Frage nach ihrem Wohlbefinden: „Bei mir ist alles in Ordnung“. Wenn du ein Mann bist, wirst du dich jetzt wahrscheinlich gerade köstlich amüsieren, denn vor deinem geistigen Auge hast du garantiert ein Bild deiner Partnerin oder einer Freundin, die dir in einer bestimmten Situation mit großem Nachdruck versichert „Es ist alles in Ordnung“, während ihr schmollender Mund fast den Boden berührt und ihr genervter Blick verrät: Stell noch einmal diese Frage, und du bist auf der Stelle tot.

Du siehst andere niemals so wie sie wirklich sind

Du siehst die Menschen immer nur so, wie du glaubst, dass sie sind. Wir bewundern andere Menschen viel stärker als uns selbst, weil wir sie schlichtweg nicht so gut kennen, wie uns selbst. Bei uns selbst wissen wir ganz genau, wo die Schwächen liegen. Wir kämpfen mit inneren Ängsten, Selbstzweifeln, Fehlern und Unzulänglichkeiten. Alles Bereiche, die wir bei anderen Menschen oft nur erahnen können. Dort sehen wir in unserer begrenzten und subjektiven Wahrnehmung oft nur das, was diese besonders gut können  bzw. was sie im Vergleich zu uns selbst vielleicht viel besser können. Natürlich darfst du andere Menschen für etwas bewundern, du solltest die Bewunderung aber immer auch hinterfragen und insbesondere niemals denken, dass andere Menschen wertvoller sind, als du selbst.

Wie Du deinen persönlichen Schlussstrich unter Vergleiche ziehst

Der polnische Schriftsteller Stanislaw Jerzy Lec hat es auf den Punkt gebracht: „Die meisten Denkmäler sind hohl.“ Während wir uns also vielleicht ausmalen wie attraktiv oder schlau oder wieviel besser eine andere Person ist, sehen wir immer nur von außen drauf – wir sehen die goldene Hülle, eine glänzende Fassade. Es ist nur unser ganz persönlicher und subjektiver Blickwinkel, in dem wir jemanden für besser halten, als uns selbst. Wenn wir uns das bewusst machen, ist das der erste Schritt, um sich selbst ständigen Vergleichen zu entziehen. Natürlich kann es hilfreich sein, Ratschläge anzunehmen wie: „Erkenne die Ursachen für Vergleiche und stoppe die Gedanken dazu!“, „Fokussiere dich auf dich selbst!“, „Entwickle deine eigenen Stärken!“ … aber vielen Menschen, die über Jahre Vergleiche mit anderen gezogen haben, können damit oft wenig anfangen. Aus diesem Grund an dieser Stelle ein anderer Tipp.

Denke den Vergleich zu Ende!

Ja Du hast richtig gelesen. Nimm dir eine Person her, mit der Du gerne Vergleiche ziehst, die beispielsweise beruflich sehr erfolgreich ist, eine 40-Stunden-Plus-Woche und einen vollen Terminkalender an Locations weltweit hat. Was würde das Leben der anderen Person für dich mit all seinen Konsequenzen bedeuten?  Lässt sich in diesem Job die Work-Life-Balance und Flexibilität im Alltag auch meistern? Würde dich dieser Job mit Sinn erfüllen? Könntest Du selbstbestimmt damit leben? Oder nehmen wir einen anderen Vergleich. Eine hochattraktive Person aus deinem Umfeld, die mit ihrer perfekten Figur immer die Blicke auf sich zieht. Wenn du diesen Vergleich zu Ende denkst, wärst du mit allen Konsequenzen wie Genussverzicht, hartes Training, Ernährungsumstellung etc. bereit dafür dieses Leben zu führen?

Wenn Du das nächste Mal einen Vergleich ziehst, dann denke diesen Vergleich mit allen Konsequenzen bis zum Ende und du wirst sehen, dass der Fokus auf dich selbst lohnenswerter ist, als zu Beginn des Vergleichs vielleicht gedacht.

Sandra Tissot, www.sandra-tissot.de, Autorin von „Du bist umwerfend!“

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