Setze mit einem liebevollen Nein deine Grenzen und erkenne dabei die wahre Liebe

(Von Steffi Linke)

Oh wie wunderbar ist es, Menschen zu begegnen, die man richtig toll findet. Und wie
glücklich sind wir, wenn wir dabei möglicherweise sogar den richtigen Partner an
unserer Seite vermuten. Doch aus Angst, dass wir den Ansprüchen des Anderen nicht
genügen und wir im schlimmsten Fall wieder verlassen werden, wollen wir keine
Grenzen setzen.

Somit sagen wir viel zu oft zu etwas Ja, was wir eigentlich gar nicht wirklich wollen.
Wir erhoffen uns damit, dem Anderen zu gefallen und geliebt zu werden.

Ein Nein in der Liebe ist jedoch genau so wichtig wie das Ja.

In solchen Momenten täuschen wir mit einem Ja allerdings etwas vor, was uns nicht
entspricht. Wir vermitteln unserem Gegenüber ein völlig falsches Bild von uns. Daraus
folgt, dass wir immer mehr von dem bekommen werden, was wir eigentlich gar nicht
mögen. Somit fühlen wir uns unwohl und auch unverstanden.

Wenn wir aber die wahre Liebe leben wollen, ist es wichtig, authentisch zu sein, unsere
Bedürfnisse zu achten und unsere Grenzen dem Partner gegenüber auszudrücken und
auch behaupten zu können.

Mit einem Nein zum richtigen Zeitpunkt und an der richtigen Stelle,
sorgst du für Klarheit und Aufrichtigkeit.

Sich selbst in Beziehungen zu behaupten, ist ein wichtiger Wachstumsschritt.
In solchen Momenten sagst du nämlich Ja zu dir und bleibst in einer guten Verbindung
mit deinem eigenen Selbst.

Es ist völlig in Ordnung mit etwas nicht einverstanden zu sein oder etwas nicht zu
wollen, was sich jemand von uns wünscht oder sogar fordert. Mit einem liebevollen Nein
setzt du deine Grenzen und vermittelst dadurch deine Authentizität.

Du brauchst nicht erst auf einen Partner zu warten, bei dem du das Nein sagen und
Grenzen setzen, üben kannst. Du kannst es in jeder Beziehung in deinem Umfeld
ausprobieren, also bei deinen Eltern, Freunden, Kollegen, Verwandten, Bekannten und
Menschen, denen du im Alltag begegnest.

Bei manchen wird es dir leicht fallen, andere werden gegebenenfalls versuchen dich auf
emotionaler Ebene etwas unter Druck zu setzen.

Auch wenn es zu Beginn ab und an noch unangenehm sein wird, bleib bei deiner
gesetzten Grenze!

Bedenke, dass jedes Ja, das du jemanden gibst, welches nicht deiner inneren
Überzeugung entspricht, ein Nein gegen dich ist.

Das heißt, du gibst jemanden damit die Macht über dich, zu bestimmen, was du tust und
was nicht.

Wenn du nicht lernst, Grenzen zu setzen, wirst du immer wieder Menschen in dein
Leben ziehen, die deine Grenzen nicht anerkennen und einfach darüber hinweg gehen
werden.

Probiere es daher immer wieder aus.
Du wirst daran wachsen und reifen.

Steffi Linke, www.liebe-und-beziehungen.de

10 Kommentare

  1. Auch ich danke Dir sehr. Es ist wirklich schwierig ‚Nein‘ zu sagen, weil wir den anderen nicht verletzen wollen. Nur, wenn wir das immer wieder tun, baut sich Frust auf, vielleicht sogar Wut. Irgendwann platzt uns der Kragen und wir überschütten den Partner mit Vorwürfen. Der fällt dann aus allen Wolken und versteht die Welt nicht mehr. Lieber gleich ‚Nein‘ sagen, auch wenn wir uns dabei unwohl fühlen. Es ist ein liebevolles ‚Ja‘ zu uns selber.

    1. Genau so ist es, liebe Bettina!
      Wir haben gelernt, das Wohl von anderen über unsere eigenen Bedürfnisse zu stellen. Doch wir können jederzeit umlernen, wenn das für uns stimmig erscheint. Mit etwas Übung schaffen wir es auch, gut für uns selbst zu sorgen und somit wieder mehr Zufriedenheit in unser Leben zu bringen.

      1. Und wieso haben wir es so gelernt? Weil unsere (zutiefst kriegstraumatisierten oder folgetraumatiserten) Eltern dies missbräuchlicherweise von uns gefordert haben -> Rollenumkehrung. Da wir als kleine Menschen völlig von ihnen abhängig sind und daher unsere größte Angst ist, die Eltern zu verlieren, haben wir natürlich mitgemacht und gelernt, uns systematisch zu verleugnen, wodurch wir uns (unbewusst) verachten wie auch die Eltern, was wir wiederum durch Idealisierung überdecken (Stockholm-Syndrom). Dementsprechend ist also dann unser Beziehungsverhalten — zu uns selbst wie auch zu(m) Anderen — „geprägt“ (gelinde gesagt).
        Und wer seine eigenen Grenzen nicht kennt, kennt logischerweise auch nicht diejenigen seiner Umwelt (meine Freiheit geht so weit, wo die Freiheit des anderen anfängt (und umgekehrt — somit ist „Grenze“ etwas Gemeinsames).
        Typische Borderliner-Symptomatik übrigens — (nicht nur) daher bezeichne ich unsere Gesellschaft als eine Borderliner-Narzissten-Gesellschaft … doch Heilung geschieht immer mehr dieser Tage.

        1. Achso, und noch was: Dadurch, dass sich die Eltern an der Energie der Kinder durch deren geübtes Glauben ans Aushalten von Übergriffigkeit bedient haben, weil die Eltern schon von sich Selbst, von der göttlichen Quelle, vom Leben stark abgespalten waren (das ist übrigens das Grundprinzip des realen Satanismus), konnten sie ihren Kindern logischerweise auch nicht genug (zurück)geben, sodass die Kinder lange abhängig gehalten wurden, da sie (unbewusst) hofften, dass ihre „Investition“ irgendwann „Rendite“ bringen würde und die Schuld beglichen würde, damit sie — wie von der Natur eigentlich vorgesehen –, abgelöst von der Fixierung auf die Mutter/den Vater, (innerlich) genährt und nun zur Selbständigkeit fähig ins eigenverantwortliche Erwachsenenleben starten könnten. Doch durch den immensen Selbstschutz (evtl. inkl. Früherkennungs- & Präventionsmaßnahmen wie: Allesberücksichtigen, schnell durch-/eindringende Emphathie, Bestreben nach maximaler Ressourceneffizienz, Manipulationsfähigkeiten …), den die Kinder wegen „angebundener Arme“ (die somit nicht auf Distanz halten und nicht aktiv autonom abwehren können) aufbauen mussten, sind sie dazu oft lange nicht in der Lage. Daher und durch die Projektion der kindlichen Mutter-/Vaterfixierung auf die Mitmenschen (insb. auf [potenzielle] Lebenspartner) können sie oft nur schwer Beziehungen mit anderen führen (psychische Probleme/Störungen) … Ach, dazu gibt’s noch so viel mehr Erwähnenswertes — ich sollte ’nen Buch schreiben oder so … 😀

          1. Hier gibt’s einen sehr interessanten Blogartikel zum Thema „Hochsensibilität und/oder Traumatisierung“:
            https://www.eft-fuer-hochsensible-menschen.de/7-unterschiede-traumatisierung-oder-hochsensibilitaet/

            Und hier geht’s zu ’nem wertvollen, allgemeinverständlichen Vortrag von Prof. Ruppert zum Thema „Frühes Trauma“:
            https://www.youtube.com/watch?v=MK3t6lw4wuI
            Allerdings muss man hier beachten, dass, wenn er sagt: „[XY] ist traumatisierend“, nicht unbedingt gemeint ist: „[XY] ist für jeden oder bei jedem in gleich starkem Maße traumatisierend“, sondern nur, dass die Wahrscheinlichkeit (das Risiko/Potenzial) diesbezüglich (sehr) hoch ist, weil schon viele durch [XY] traumatisiert wurden. Es kommt nämlich ja auch immer darauf an, wie resilient (d.h. etwa: „widerstandsfähig“) oder wie vulnerabel (d.h.: „verwundbar“) man ist – sowohl qualitativ als auch quantitativ gesehen: d.h. in welcher Situation/in welchem Bereich und in welcher Intensität das potenziell traumatisierende Ereignis geschieht.

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