„Es ist kein Verlust, wenn man damit Gewinn macht.“

(Von Cinzia Bonadea)

Damit titelt Ebay im September 2017. Als ich am S-Bahnhof Hackerbrücke in München aussteige auf dem Weg zur Arbeit, schaue ich direkt auf das Plakat und staune über die kosmische Botschaft.

Als ich mich vor 3 Jahren getrennt habe, war mir nicht klar, dass dies der Beginn einer neuen Liebe sein würde. So kommt es, dass ich heute über den Verlust schreibe und welchen Gewinn wir daraus ziehen können. Vor ein paar Tagen fragte mich eine Freundin: “Und hast Du jemand kennengelernt?“

Ich überlegte kurz und antworte fast fröhlich: „ja, mich!“

 1. Fragen zulassen

Von dieser neuen Liebe ahnte ich noch nichts zu schwer und lange litt ich unter dem Verlust meiner „wahren Liebe“. Die dadurch aufgeworfenen Fragen:

Kann Wahre Liebe vergehen?

Gibt es überhaupt so etwas wie wahre Liebe?

Ist im Grunde nicht jede Liebe wahr?

Ist alles Illusion?

trieben mich vor sich her, wie ein Blatt im Wind. Ich weigerte mich, die Liebe, meine Vorstellung von der Wahren Liebe verloren zu geben. Aber konnte diese Vorstellung meiner erlebten Realität stand halten?

Während ich mich im Angesicht des Verlustes mit der Liebe, mit der wahren Liebe zunehmend beschäftigte, veränderten sich ihre Farben. Das Schwarz und Weiß verschwand und während mein Verständnis von der Liebe sich zu vertiefen begann, wurde sie schillernder und leuchtender in den Farben des Regenbogens.

Ich ging so weit ich mich wagte an den Rand des Abgrundes:“ vielleicht gibt es sie gar nicht, die Liebe? Vielleicht machen wir Menschen einen Zauber um etwas, das möglicherweise etwas anderes ist. Vielleicht täusche ich mich?“

So weit hatte ich mich auf meiner Suche noch nie gewagt und sie führte mich zu der Erkenntnis die Rumi so trefflich zum Ausdruck bringt in dem Satz: „Love is not an emotion, it is your very existance.“ Und nach allem Forschen, Suchen, Fragen, Zweifeln und ängstlichem Unbehagen, ist das meine Wahrheit.

2. Anerkennen was ist

Dass ich so weit gegangen bin, verdanke ich dem Verlust. Dem Verlust meines Partners, dem Verlust meiner Vorstellung von Beziehung, dem Verlust meines Glaubens an die Liebe, dem vermeintlichen Verlust der Liebe, ohne die ich im Grunde nicht sein wollte. Die Worte von Luisa Francia konnten mich kaum trösten, obwohl sie so wahr sind:

„Was zu dir gehört kommt zu dir und was nicht zu dir gehört, kannst du eh nicht halten.“

Heute kann ich darüber gelassen schmunzeln und die Wahrheit die darin liegt anerkennen.

 3. Welche Haltung nimmst du zu den Ereignissen ein?

Bedeutend ist, welche Haltung man zu den Ereignissen einnimmt. Nicht die Ereignisse sind das Entscheidende in unserem Leben, sondern wie wir darauf antworten.

Fühlst du dich möglicherweise als Opfer eines ungerechten Schicksals?

Wie denkst du über dich?

Wie denkst du über die Situation?

Nimm den Satz von Odette du Puigaudeau der da lautet: „Das Abenteuer zielt auf Erfahrung, nicht auf Erfolg.“, als Leitsatz.

Mit dem Verlust beginnt das Abenteuer.

Das Abenteuer Leben. Der Verlust ist die einzige Möglichkeit unsere „Wildnis“ wiederzugewinnen. Dort wo wir ursprünglich sind, so wie wir gemeint waren, mit dem Wissen, das wir mitbringen in diese Welt. Es ist die Gelegenheit zu unseren Ursprüngen zurück zu finden und unser wahres Selbst, zu entdecken und zu Tage zu fördern.

Cinzia Bonadea, Führungskraft, Life- und Job Coach, www.cinzia-bonadea.de

2 Kommentare

  1. Mir scheint ich musste erst diese eine tiefe Liebe fühlen und sie verlieren, um mich selbst zu finden.
    Danke für deinen Beitrag.
    Regine

  2. Wow!!! Danke!
    Das lässt den Duft von Freiheit und Lebensfreude wieder erahnen!
    Erst nochmal lesen und dann anfangen Knoten zu lösen!
    Manu

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