Achtsamkeit in zwischenmenschlichen Beziehungen und Partnerschaft

(Von Christopher Hensellek)

Wie kann Achtsamkeit dazu beitragen, unsere Beziehungen, sei es im allgemeinen zwischenmenschlichen Bereich oder in einer Partnerschaft, zu vertiefen und zu verbessern?

Im Umgang mit dem Partner und mit anderen Menschen im allgemeinen gilt es bei der Achtsamkeitspraxis, vor allen Dingen die Eigenverantwortung für sich und seinen inneren Raum zu übernehmen und diese Verantwortung nicht sofort an sein Gegenüber abzugeben.

Andere Menschen und vor allem der Partner können bestimmte E-Motionen (darunter verstehe ich alte Energien, die zu unbewussten/automatisierten Verhaltens- und Reaktionsmustern führen) in uns antriggern.

Der Auslöser der Emotion ist meist verhältnismäßig klein im Vergleich zur Heftigkeit und Intensität der emotionalen Reaktion darauf.

In solchen Fällen ist es vor allem wichtig, sich selbst zu beobachten und mit sich selbst zu arbeiten, damit diese Emotionen und Gedanken deine Handlungen und Reaktionen nicht automatisch werden und ich mir (und meinem Partner/Gegenüber) unbewusst Streit, Drama und Schmerz erschaffe.

Versuche in solch einer Situation, deinen inneren emotionalen Zustand und auch deine Gedanken zu beobachten.

Gedanken und Emotionen nähren sich normalerweise gegenseitig und verstärken sich so stetig. Durch das Erkennen und Beobachten von diesen Emotionen (z. B. Wut/Ärger) und Gedanken (z. B. „Wie kann er/sie sich mir gegenüber nur so verhalten…“) kannst du diesen Teufelskreis durchbrechen.

Durch Achtsamkeit – das heißt eben durch dieses Beobachten, Akzeptieren, Nicht-bewerten und Distanzieren von deinen Emotionen und Gedanken – entziehst du ihnen den Schwung und du kannst mit einiger Übung deine automatischen Reaktionen „abstellen“ und emotionale Muster verlieren nach und nach an Macht über dich und dein Verhalten.

Letztendlich ist es dir dann irgendwann möglich, eine frei gewählte Reaktion anstelle der zuvor automatisierten zu zeigen, oder eben auch gar keine.

Wenn du bestimmte Emotionen in dir wahrnehmen kannst, kann es außerdem immens hilfreich sein, wenn du das deinem Partner oder Gegenüber mitteilst. Tue dies jedoch, ohne denjenigen dafür anzuklagen oder verantwortlich zu machen. Die Emotion, die du fühlst, liegt in dir. Sie wurde nur durch eine bestimmte Situation oder Aktion im Außen ausgelöst, die dich an eine längst vergangene Situation und die dort erlittene Verletzung „erinnert“.

DU bist verantwortlich dafür, diese Wunde in dir zu erkennen und zu heilen.

Das heißt natürlich nicht, dass du alles hinnehmen musst und jegliches Verhalten des Anderen gutheißen musst. Du kannst durchaus klar und deutlich deine Meinung äußern und in bestimmten Situationen Grenzen setzen, aber du kannst dies ohne Negativität, ohne dich angegriffen zu fühlen und ohne zwingend „recht haben“ zu müssen, tun.

Christopher Hensellek, www.hypersensibel.com

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.